
MAG Schweißen – das Standardverfahren für Stahl ist wirtschaftlich, schnell und mit wenig Nacharbeit versehen. Das liegt daran, dass das Verfahren eine hohe Abschmelzleistung mit stabiler Nahtqualität verbindet und sich sowohl manuell als auch automatisiert sehr gut einsetzen lässt. Damit eignet es sich besonders für Betriebe, die Stahlbauteile zuverlässig, produktiv und wiederholgenau schweißen möchten.
Was ist das MAG Schweißverfahren?
Das MAG Schweißverfahren, kurz für Metall-Aktivgasschweißen, zählt zu den Schutzgasschweißverfahren und nutzt ein reaktionsfreudiges Aktivgas. Eine abschmelzende Drahtelektrode dient dabei als Schweißzusatz, schmilzt im Lichtbogen ab und bildet gemeinsam mit dem Grundwerkstoff die Schweißnaht.
Als Lichtbogenschweißverfahren trägt das Metall Aktivgas Schweißen die Prozessnummer 135 nach DIN EN ISO 4063 und gilt als leicht zu erlernen sowie kosteneffizient. Weil beim MAG Schweißen kaum Schlacke entsteht, bleibt die Nacharbeit in der Regel gering und die Schweißqualität hoch.
Das passiert beim MAG Schweißen im Lichtbogen
Beim MAG Schweißen brennt ein Lichtbogen zwischen der Massivdrahtelektrode und dem Werkstück und erzeugt ein Schmelzbad. Eine Schweißstromquelle liefert dazu den Strom, während der Drahtvorschub den Schweißdraht kontinuierlich durch die Schweißpistole nachführt.
Die Schweißparameter aus Spannung, Stromstärke, Lichtbogenlänge und Drahtvorschubgeschwindigkeit bestimmen gemeinsam mit dem Drahtdurchmesser die Abschmelzleistung. Gleichzeitig beeinflussen sie, wie ruhig der Lichtbogen brennt, wie tief der Einbrand ausfällt und wie gleichmäßig sich die Schweißnaht bildet. Ist der Drahtvorschub beispielsweise zu hoch oder die Spannung zu niedrig, kann der Lichtbogen instabil werden. Sind die Werte hingegen gut aufeinander abgestimmt, entsteht ein kontrolliertes Schmelzbad mit sauberem Nahtaufbau. Genau deshalb ist die richtige Einstellung der Parameter beim MAG Schweißen so wichtig für Produktivität, Spritzerbildung und Nahtqualität.
Ohne den richtigen gasförmigen Schutz würde dieses Schmelzbad allerdings sofort oxidieren, weshalb das genutzte Schutzgas mit über die Naht und Qualität entscheidet.
Schutzgas beim MAG-Schweißen – darum ist es so wichtig
Beim MAG Schweißen umhüllt ein aktives Schutzgas den Lichtbogen und schützt das Schweißbad vor Sauerstoff und Oxidation. Je nach Anwendung kommen reines Kohlendioxid oder Argon-Mischgase mit einem aktiven Anteil aus Kohlendioxid oder Sauerstoff zum Einsatz. Kohlendioxid wirkt dabei als reaktives Gas, das den Einbrand vertieft und gleichzeitig die Naht stabilisiert.
In der Praxis verwendet das MAG Schweißen meist Argon-Mischgase mit einem aktiven Anteil aus Kohlendioxid oder Sauerstoff. Der hohe Argonanteil sorgt für einen ruhigen Lichtbogen und reduziert im Vergleich zu reinem Kohlendioxid die Spritzerbildung, während die Aktivgase die Lichtbogenstabilität und das Einbrandverhalten steuern. Die richtige Schutzgasmenge hält den Gasschutz konstant und trägt so zu einer hohen Produktivität und Schweißqualität bei.
Genau dieses aktive Schutzgas unterscheidet das MAG Schweißen von seinem inerten Gegenstück, dem MIG Schweißen.
Worin unterscheiden sich MIG und MAG Schweißen?
MIG und MAG Schweißen unterscheiden sich im Schutzgas: MAG nutzt ein aktives Gas, MIG dagegen ein inertes. Beide gehören zum Metall-Schutzgasschweißen mit abschmelzender Drahtelektrode, decken durch ihre unterschiedliche Gasnutzung aber verschiedene Werkstoffe und Anwendungen ab.
Der Unterschied zwischen MIG und MAG lässt sich besonders an drei Merkmalen festmachen, die das Gas, den Werkstoff und den Einsatz betreffen:
| Merkmal | MIG Schweißen | MAG Schweißen |
| Schutzgas | inert (Argon, Helium) | aktiv (CO2, Argon-Mischgas) |
| Werkstoffe | Aluminium, Kupfer, Nichteisenmetalle | Stahl, Baustahl, niedriglegierte Stähle |
| Einsatz | NE-Metalle | Stahlbau, Serienfertigung |
Typische Bereiche fürs MAG Schweißen als Standardverfahren
MAG Schweißen gilt als das dominierende Verfahren im Stahlbau und kommt überall dort zum Einsatz, wo Stahlbauteile wirtschaftlich und in hoher Stückzahl entstehen und zusammengefügt werden müssen. Ein Grund hierfür ist die hohe Automatisierbarkeit, die das Verfahren zum Standard in der Serienfertigung macht.
Typische Einsatzbereiche des MAG Schweißens liegen im Fahrzeugbau, in der Automobilindustrie, im Anlagenbau und in der allgemeinen Metallverarbeitung. Ob dünne Bleche oder tragende Konstruktionen: Das MAG Schweißverfahren verbindet Stahl vielseitig, und zwar mit geringer Nacharbeit und hoher Produktivität.
Eignet sich MAG Schweißen für Chrom-Nickel-Stähle?
MAG Schweißen lässt sich nicht nur für reine Stähle nutzen, sondern mit speziellen Mischgasen auch für Chrom-Nickel-Stähle und Edelstahl. Für Werkstoffe wie Aluminium, Kupfer oder Titan greifen Betriebe dagegen häufiger zum MIG- oder WIG-Verfahren zurück, da diese sich besser dafür eignen.
Sicher ist: So breit die Einsatzbereiche sind, so konsequent verlangt das MAG Schweißen im Betrieb allerdings auch den richtigen Schutz für den Schweißer.
Schutzausrüstung fürs MAG Schweißen
Das MAG Schweißen erfordert eine geeignete Schutzausrüstung, weil Lärm, Funkenflug und Schweißrauch oft unterschätzte Gefahren bergen. Schweißhelm, Handschuhe und schwer entflammbare Schutzkleidung schützen den MAG Schweißer persönlich, während eine Absaugung durch die entsprechende Anlage den entstehenden Schweißrauch aufnimmt und zuverlässig entfernt. Da der Funkenflug im schlimmsten Fall Brände auslösen kann, sind Brandschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz zudem Pflicht.
Standardverfahren mit neuen Standards: MAG Schweißen mit Schnelldorfer Maschinenbau
Schnelldorfer Maschinenbau entwickelt seit über 40 Jahren Schweißgeräte und Anlagen für MAG-, MIG-, WIG- und Laserschweißen. Bei unsere modular aufgebauten Schweißanlagen passt jede Komponente bestens zur anderen – und dafür stimmen wir die Schweißstromquelle, den Drahtvorschub und die Schutzgasmenge exakt auf Ihre Stähle und Schweißparameter ab, und zwar von der Einzelnaht bis zur automatisierten Serienfertigung. Denn eines ist bei uns sicher: Wir finden mit Ihnen das Schweißverfahren, das zu Ihrer Fertigung passt.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum heißt MAG auch Verfahren 135?
Die Bezeichnung 135 stammt aus der DIN EN ISO 4063 und beschreibt das Metall-Aktivgasschweißen mit Massivdrahtelektrode. Diese Norm sorgt für eine eindeutige technische Einordnung.
Kann man MAG Schweißen mit Stahl verwenden?
Ja, MAG Schweißen eignet sich sehr gut für Stahl, vor allem für Kohlenstoffstahl, Baustahl und niedriglegierte Stähle. Das aktive Schutzgas verbessert bei diesen Werkstoffen das Einbrandverhalten und macht das Verfahren dadurch so flexibel anwendbar für verschiedene Stahlsorten.
Was ist MIG Schweißen als Metall-Inertgas-Schweißen?
MIG Schweißen, das Metall-Inertgas-Schweißen, arbeitet mit einem chemischen, trägen Schutzgas wie Argon oder Helium. Das inerte Gas reagiert dadurch nicht mit dem Schmelzbad und eignet sich damit für Aluminium, Kupfer und andere Nichteisenmetalle.
Wann MIG und wann MAG?
MIG kommt bei Nichteisenmetallen wie Aluminium zum Einsatz, MAG dagegen zumeist bei Stahl. Die Wahl zwischen MIG und MAG richtet sich also nach dem Grundwerkstoff.
Welche drei Schweißverfahren gibt es?
Zu den drei zentralen Schweißverfahren zählen MIG, MAG und WIG. MIG und MAG nutzen eine abschmelzende Drahtelektrode, während das WIG-Verfahren mit einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode arbeitet. Alle drei nutzen Schutzgase.