
Unterschiede und Einsatzgebiete
Plasma- und WIG-Schweißen sind beides präzise Lichtbogenschweißverfahren, unterscheiden sich aber deutlich bei der Energiedichte, Geschwindigkeit und den typischen Einsatzfeldern. Schnelldorfer Maschinenbau zeigt Ihnen die Stärken beider Verfahren und geht näher auf das Thema Plasma vs. WIG Schweißen: Unterschiede und Einsatzgebiete ein.
Wie funktioniert das WIG Schweißen?
Das WIG Schweißen, kurz für Wolfram-Inertgas-Schweißen, erzeugt einen kegelförmigen Lichtbogen zwischen einer nicht abschmelzenden Wolfram-Elektrode und dem Werkstück. Ein inertes Schutzgas wie Argon oder Helium schirmt das Schmelzbad vor Sauerstoff ab und sichert so eine hohe Schweißnahtqualität.
Damit zählt das WIG Verfahren zu den Lichtbogenschweißverfahren. Seine Anwendung verlangt viel Geschick und Übung, denn der Schweißer hält die Elektroden-Werkstück-Distanz während des gesamten Schweißvorgangs konstant. Bei Aluminium und anderen Leichtmetallen arbeitet das Schweißgerät zudem mit Wechselstrom, um die Oxidschicht aufzubrechen. Den Zusatzwerkstoff führen Schweißstäbe hier separat zu. Besonders bei dünnen Blechen liefert das WIG Schweißen hervorragende Nahtqualität.
Wie funktioniert das Plasmaschweißen?
Plasmaschweißen schnürt den Lichtbogen durch eine wassergekühlte Kupferdüse ein und bündelt ihn zu einem konzentrierten Plasmastrahl. Dadurch entsteht eine höhere Energiedichte als beim WIG-Schweißen, was schmalere und tiefere Schweißnähte in einem einzigen Schweißprozess ermöglicht.
Das Plasmagas, meist Argon, strömt hierbei durch die Düse und erreicht im Plasmastrahl sehr hohe Temperaturen. Der Plasmabrenner selbst fällt größer aus als ein WIG-Brenner. Durch die höhere Energiedichte des eingeschnürten Lichtbogens eignet sich das Verfahren zudem für größere Materialdicken. Vorteilhaft ist, dass Plasmaschweißen bis zu 30 Prozent weniger Zusatzwerkstoff benötigt, dabei eine präzise Steuerung der Schweißparameter erlaubt und sich gut in die Automatisierung einbinden lässt. Ein Pilotlichtbogen übernimmt dazu die Zündung und stabilisiert den Schweißvorgang auch bei niedriger Stromstärke.
Darin unterscheiden sich WIG und Plasmaschweißen
WIG und Plasmaschweißen unterscheiden sich vor allem in der Lichtbogenführung, Energiedichte und Schweißgeschwindigkeit. So arbeitet der kegelförmige WIG-Lichtbogen offen und ruhig, während der eingeschnürte Plasmastrahl konzentrierter wirkt, tiefer einbrennt und erreicht je nach Anwendung deutlich höhere Schweißgeschwindigkeiten.
WIG und Plasma im direkten Vergleich
| Merkmal | WIG Schweißen | Plasmaschweißen |
| Lichtbogen | kegelförmig, offen | eingeschnürt, konzentriert |
| Energiedichte | mittel | höher |
| Schweißnaht | breiter | schmaler und tiefer |
| Schweißgeschwindigkeit | niedriger | bis zu 100 % höher |
| Zusatzwerkstoff | mehr | bis zu 30 % weniger |
Autogenes Schweißen im Vergleich zu WIG und Plasma
Autogen Schweißen verbindet Metalle mit einer Brenngas-Sauerstoff-Flamme statt mit einem Lichtbogen und erreicht damit deutlich niedrigere Temperaturen als WIG oder Plasma. Das Autogenschweißen eignet sich aufgrund dieser Eigenschaften besonders für Reparaturarbeiten und dünne Bleche, bleibt bei der Schweißnahtqualität aber im Vergleich zu anderen Schweißverfahren zurück.
Beim autogenen Schweißen führt der Schweißer den Zusatzwerkstoff über Schweißstäbe zu; eine Schutzgasatmosphäre wie beim WIG entfällt hier komplett. Dadurch ist das Verfahren flexibel einsetzbar, aber weniger gut kontrollierbar, wenn sehr saubere, reproduzierbare oder hochbelastbare Schweißnähte gefragt sind. Außerdem bringt die breite Flamme mehr Wärme in das Bauteil ein, wodurch sich dünne oder empfindliche Werkstücke leichter verziehen können. Für präzise, hochbelastete Schweißverbindungen greifen Unternehmen in der Fertigung deshalb eher zum Lichtbogenschweißen mit Wolfram-Elektrode oder zum Plasmaschweißen, weil sich Lichtbogen, Wärmeeintrag und Schweißparameter dort deutlich genauer steuern lassen.
MAG Schweißen – die bessere Alternative?
Das Metall-Aktivgasschweißen (MAG) nutzt eine abschmelzende Schweißelektrode und aktives Schutzgas und eignet sich vor allem für Stahl in der robusten Metallbearbeitung. Gemeinsam mit dem MIG-Verfahren punktet MAG mit seiner hohen Abschmelzleistung und Geschwindigkeit bei größeren Materialdicken.
Das MAG Schweißen erreicht zwar nicht die Präzision von WIG oder Plasma, gleicht dies aber mit einer sehr hohen Produktivität aus, besonders dann, wenn Stahlbauteile in Serie entstehen. Hinzu kommt, dass sich MAG gut automatisieren lässt und auch bei längeren Nähten, tragenden Konstruktionen oder wiederkehrenden Schweißaufgaben wirtschaftlich arbeitet. Weil der Schweißdraht kontinuierlich zugeführt wird, gibt es hierbei hohe Abschmelzraten und kurze Prozesszeiten. Die bessere Alternative ist MAG deshalb allerdings nicht grundsätzlich, sondern eher dann, wenn Geschwindigkeit, Wirtschaftlichkeit und robuste Stahlverbindungen wichtiger sind als die feinste Nahtoptik und maximale Präzision.
Typische Einsatzgebieten fürs Plasma- und WIG-Schweißen
Plasma und WIG kommen überall dort zum Einsatz, wo Schweißnahtqualität und Präzision über Tempo stehen. WIG-Schweißen dominiert bei hochpräzisen Schweißarbeiten an dünnen Werkstücken, während Plasmaschweißen dickere Materialien, Nickelbasislegierungen und automatisierte Schweißanwendungen abdeckt.
In diesen fünf Branchen werden die Schweißverfahren am meisten eingesetzt:
- Luft- und Raumfahrt: Für höchste Qualität an sicherheitskritischen Bauteilen, häufig aus Titan
- Automobilindustrie: Für reproduzierbare Schweißverbindungen in der Serienfertigung
- Medizintechnik: Für chirurgische Instrumente aus Edelstahl mit feinsten Geometrien
- Schiffbau: Für korrosionsbeständige Schweißnähte an Stahl und Edelstahl
- Elektronikindustrie: Für kleinste Nähte an empfindlichen Komponenten
Plasma- und WIG-Schweißen mit Schnelldorfer Maschinenbau
Schnelldorfer Maschinenbau aus dem bayerischen Schnelldorf entwickelt seit über 40 Jahren Schweißmaschinen für WIG-, Plasma-, MIG/MAG- und Laserschweißen. Unsere Experten legen jede Anlage auf Ihre Werkstoffe, Schweißparameter und Ihren Automatisierungsgrad aus, und das von der Nahtvorbereitung bis zur dokumentierten Fertigung. Durch diesen modularen Aufbau erhalten Sie die Anlage, die Sie wirklich brauchen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann lohnt sich Plasmaschweißen?
Plasmaschweißen lohnt sich bei dickeren Materialien, automatisierten Prozessen und hohen Stückzahlen. Es erreicht eine höhere Energiedichte und oft deutlich höhere Schweißgeschwindigkeiten als andere Schweißverfahren wie das WIG.
Kann Plasmaschweißen auch Nickelbasislegierungen verarbeiten?
Ja, Plasmaschweißen eignet sich auch zum Bearbeiten von Nickelbasislegierungen, wie sie gerade in anspruchsvollen Industriebereichen oft vorkommen.
Ist WIG-Schweißen günstiger als Plasma?
Ja, WIG-Anlagen sind in der Regel günstiger in der Anschaffung als Plasmaanlagen, was die Investitionskosten reduziert. Diese gleicht das Plasmaschweißen jedoch durch seine Stärken bei Produktivität und Automatisierung häufig aus.