
Schweißen in der Lebensmittelindustrie heißt: Jede Naht muss halten und gleichzeitig hygienisch sein, sonst drohen Verunreinigungen, Korrosion und im schlimmsten Fall Rückrufaktionen. Gerade in der Getränkeindustrie und Lebensmittelproduktion kommt es deshalb auf eine gelungene Schweißtechnik an, denn sie entscheidet, ob die Oberflächen sauber bleiben und Bakterien keinen Ansatzpunkt finden. Wer hier sauber arbeitet, schützt die Produkte und die Sicherheit im Betrieb. Schnelldorfer Maschinenbau zeigt Ihnen, worauf es beim Schweißen Lebensmittelindustrie ankommt.
Warum Schweißnähte in der Lebensmittelproduktion kritisch sind
Schweißnähte sind in Anlagen und Geräten wortwörtlich die Nahtstellen und als solche typische Bereiche, an denen sich bei schlechter Verarbeitung etwas festsetzen kann. Poren, Risse, Fugen, Kanten oder Unebenheiten: Überall hier bleiben Rückstände hängen, Feuchtigkeit bleibt stehen und Bakterien können wachsen. Darum haben die besten Hygieneanforderungen in der Lebensmittelindustrie oberste Priorität: Alle Oberflächen und Schweißverbindungen sollten stets möglichst glatt und leicht zu reinigen sein.
In der Praxis zeigt sich das besonders im Behälterbau und Rohrleitungsbau: Rohr-Innenseiten, Übergänge an Behältern, Stutzen, Böden und tote Räume sind hier die klassischen Herausforderungen. Der Grund: Viele Anlagen müssen CIP-fähig sein. CIP, kurz für Cleaning in Place, bedeutet, dass die Reinigung im eingebauten Zustand funktionieren muss – also ohne Zerlegen der Anlage. Damit das CIP aber auch funktioniert, braucht es eine passende Oberflächenrauheit und eine hohe Nahtqualität ohne Spalten. Schweißnähte, die mit Flüssigkeiten in Kontakt kommen, werden deshalb häufig blecheben geschliffen und anschließend sauber nachbearbeitet.
Normen und Standards – Was Betreiber beim Schweißen wirklich erfüllen müssen
Beim Schweißen in der Lebensmittelindustrie stehen eine nachweisbare Qualität und die Einhaltung von Lebensmittelstandards im Fokus. Je nach Branche, Markt und Einsatz gibt es dabei unterschiedliche Normen und Standards, sowohl national als auch international. Wichtig zur Einordnung ist: Alle Vorgaben zielen fast immer auf ein hygienisches Design und eine saubere Oberfläche in Kombination mit einer sicheren Schweißverbindungen ab.
Wichtige Standards und Regelwerke im Überblick
- EHEDG: Europäischer Hygienestandard für die Konstruktion und Verarbeitung lebensmitteltauglicher Geräte und Anlagen.
- DIN EN ISO 3834: Qualitätssicherung für Schweißarbeiten. Wichtig für reproduzierbare Fertigung und kontrollierte Schweißprozesse.
- DIN EN ISO 5817: Qualitätsanforderungen und Bewertungsstufen für Schweißnähte wie zum Beispiel zulässige Unregelmäßigkeiten.
- IFS Food Standard: Übergeordneter Standard für die Lebensmittelkette. Relevant für Audits, Lieferanten und Prozesse.
- FDA / FSMA: In den USA fordert die FDA über den Food Safety Modernization Act strenge Hygiene- und Sicherheitsanforderungen für food-contact Oberflächen.
- USDA: Regelt in den USA Standards je nach Segment, insbesondere im Umfeld Fleisch und Geflügel. Oft Teil des gRahmens.
- 3-A: Hygienestandards, stark im Bereich Milchprodukte, aber vorwiegend in der Lebensmittelindustrie verbreitet.
Warum all diese Regelwerke zählen, zeigt sich schnell, denn eine mangelhafte Verarbeitung oder unklare Kennzeichnung kann zu Verunreinigungen führen – und damit zu Reklamationen oder Rückrufen ganzer Produktserien. Darum gehören Punkte wie eine lückenlose Dokumentation, eine ebenso lückenlose Rückverfolgbarkeit, klar definierte Schweißparameter und eine nachvollziehbare Prozessführung heute zum Standard, sobald Nahtqualität und Sicherheit gefragt sind.
Materialauswahl in der Lebensmittelindustrie – Von Edelstahl bis Aluminium
Die Materialauswahl hat direkten Einfluss auf die Korrosionsbeständigkeit, Reinigung, Haltbarkeit und letztlich die Lebensmittelqualität. Häufig ist Edelstahl die erste Lösung, weil das Material mit guter Hygiene und Festigkeit punktet und sich obendrein gut verarbeiten lässt. Trotzdem lohnt sich der Blick auf weitere Werkstoffe.
Typische Materialien und ihre Stärken
- Edelstahl 304: Häufig im Einsatz, robust und gut zu verarbeiten. Eine bewährte Basis in vielen Anlagen.
- Edelstahl 316: Höhere Korrosionsbeständigkeit, besonders bei säure- oder salzhaltigen Medien in der Lebensmittelproduktion.
- Duplex-Edelstahl: Hohe Festigkeit bei guter Korrosionsbeständigkeit. Interessant bei aggressiven Anwendungen.
- Titan: Leicht und korrosionsbeständig, für spezielle Bereiche in der Industrie geeignet.
- Aluminium, Kupfer und Sonderlegierungen: Möglich, aber anspruchsvoll. Hier zählen Prozesswissen, passende Methoden und eine saubere Vorbereitung.
Gerade bei Edelstahl sind Korrosion und Oxidschicht ein wichtiges Thema, da die Reinigungsprozesse mit Chemikalien, Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit das Material angreifen, sobald die Passivschicht – also die Schutzhaut des Edelstahls – geschwächt ist.
Hygiene und Schweißen mit verschiedenen Schweißverfahren
WIG Schweißen – Der Hygiene-Standard für saubere Schweißnähte
Das WIG Schweißen ist in vielen Food-Anwendungen das bevorzugte Schweißverfahren, weil es besonders kontrolliert arbeitet. Es gehört zu den Schutzgasschweißverfahren und ist eine Form des Lichtbogenschweißens: Zwischen Wolfram-Elektrode und Werkstück brennt ein Lichtbogen, das Metall schmilzt und der Zusatz wird separat zugeführt. Das Schutzgas, meist Argon, schirmt den Schweißbereich dabei ab. Und das Ergebnis sind glatte Nähte mit wenigen Spritzern und höchster – genau das, was Schweißnähte in der Lebensmittelindustrie brauchen.
MIG, MAG und Laser – Wann andere Verfahren trotzdem sinnvoll sind
MIG und MAG sind in der Industrie verbreitet, gerade wenn es um Geschwindigkeit, Effizienz und Serienfertigung geht. In der Lebensmittelindustrie liegt die Herausforderung allerdings darin, hygienische Schweißnähte ohne Spritzer und Unebenheiten zu erzeugen. Das ist mit diesen beiden Schweißverfahren zwar möglich, erfordert aber eine äußerst präzise und saubere Schweißtechnik mit oftmals mehr Nachbearbeitung beim Schleifen oder Polieren.
Das Laserschweißen hingegen kommt dann zum Zug, wenn die Präzisionsanforderungen hoch sind. Durch die geringe Wärmeeinbringung ist die Materialverformung oft klein – und genau das ist hilfreich bei dünnen Komponenten, sensiblen Baugruppen oder engen Schweißbereichen.
Orbitalschweißen im Rohrleitungsbau – Reproduzierbar, dokumentierbar, hygienisch
Orbitalschweißen ist ein automatisiertes Schutzgasschweißverfahren, das besonders im Rohrleitungsbau überzeugt. Dabei fährt ein Schweißkopf mechanisiert mit konstanten Schweißparametern um das Rohr. Das ist ein Pluspunkt für die Wiederholbarkeit und anhaltend gleichmäßige Nähte. Aus diesem Grund wird die Schweißtechnik sowohl in der Lebensmittelproduktion als auch in der Pharmaindustrie eingesetzt. Überall dort, wo eine spitze Nahtqualität, Hygiene und reproduzierbare Verarbeitung vorausgesetzt sind, spielt das Orbitalschweißen seine Stärken aus.
Vorbereitung und Nachbearbeitung: So werden Schweißnähte lebensmitteltauglich
Gute Schweißverbindungen können nur mit der richtigen Vorarbeit entstehen. Dazu zählt: Oberflächen entfetten, Metall reinigen, Fugen sauber vorbereiten, Fremdpartikel vermeiden und die Schweißparameter anhaltend passend einstellen. Das senkt das Risiko von Unregelmäßigkeiten und Verunreinigungen rapide – und verbessert die Nahtqualität direkt im Schweißvorgang.
Nach dem Schweißen kommt es dann auf eine gründliche Nachbearbeitung an, denn beim Schleifen, Polieren und abschließend Reinigen werden schließlich selbst die kleinsten Unebenheiten und Risse entfernt. Von Vorteil: Eine elektrochemische Reinigung kann Anlauffarben und Kontaminationen entfernen, ohne dabei abrasive Rückstände zu hinterlassen. So eine Oberfläche, die sich während der gesamten Produktion zuverlässig sauber halten lässt.
Schweißen auf höchstem Niveau – Mit der LINEARWELD Serie von Schnelldorfer Maschinenbau
Sie suchen noch nach dem richtigen Schweißgerät für nahtlose Schweißverbindungen? Mit der LINEARWELD-Serie finden Sie bei Schnelldorfer Maschinenbau modulare Maschinen für eine rundum professionelle Fertigung. Unsere Schweißmaschinen überzeugen mit SPS/HMI-Steuerung, Rezepturverwaltung und einer starken Prozesssicherheit. Hiermit können Sie Werkstücklängen bis 4.100 mm und Materialstärken bis 15 mm bearbeiten – und zwar lebensmittelecht für Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Messing, Titan oder Sonderlegierungen. Wenden Sie sich gerne jederzeit an uns, sollten Sie Fragen zu den LINEARWELD-Geräten haben – unser Expertenteam berät Sie gerne.
Schnelldorfer Maschinenbau: So geht professionelles Schweißen Lebensmittelindustrie
Wer in der Lebensmittelindustrie schweißen will, braucht eine starke Kombination aus echter Schweißtechnik, passenden Schweißgeräten und einem Prozess, der Hygiene und Qualität dauerhaft absichert. All das finden Sie bei Schnelldorfer Maschinenbau: Unsere Geräte punkten mit reproduzierbaren Schweißnähte und einer rundum stabilen Verarbeitung. Für eine Fertigung, die Ihre Anforderungen wirklich erfüllt.
Überzeugen Sie sich selbst und wenden Sie sich noch heute an uns – wir freuen uns, von Ihnen und Ihrem Schweißprojekt zu hören!
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist eine lebensmittelkonforme Schweißnaht?
Eine lebensmittelkonforme Schweißnaht ist glatt, porenfrei und ohne Risse oder Fugen, damit sich keine Bakterien oder Verunreinigungen festsetzen. Sie ist so ausgeführt, dass sie sich bestens reinigen lassen und nicht leicht korrodieren. Was genau eine Schweißnaht im Lebensmittelbereich leisten muss, geben Normen und Regelwerke vor.
In welcher Branche wird geschweißt?
Geschweißt wird in etlichen Branchen, und die Lebensmittelindustrie und Getränkeindustrie sind zwei davon. Hier wird in Brauereien, Molkereien, im Anlagenbau, im Behälterbau und im Rohrleitungsbau geschweißt. Doch auch pharma-nahe Bereiche setzen auf hygienische Schweißverbindungen.
Ist das Schweißen mit CO₂ lebensmittelsicher?
CO₂ wird beim MAG-Schweißen als aktives Gas eingesetzt. Technisch kann das in bestimmten Anwendungen funktionieren, aber hygienische Oberflächen sind anspruchsvoller: Spritzer, Wärmeverfärbungen und Nachbearbeitung müssen sehr sauber beherrscht werden. Darum werden für Lebensmittel und Getränke oft WIG Schweißen oder Orbitalschweißen bevorzugt, weil diese leichter kontrollierbar sind.
Warum muss formiert werden – besonders bei Rohren?
Beim Formieren wird die Nahtwurzel innen mit Formiergas geschützt. Das verhindert die Oxidation und damit die Anlauffarben auf der Rohrinnenseite. Zusätzlich erhält es die Passivschicht und verbessert die Korrosionsbeständigkeit. Gerade im Rohrleitungsbau ist das wichtig, weil die verschiedenen Medien hier direkt an der Innennaht entlang fließen und Sauberkeit die oberste Priorität hat.
Welche Rolle spielt die Nachbearbeitung?
Nachbearbeitung macht Schweißnähte hygienisch: Schleifen und Polieren glätten etwaige Unebenheiten und reduzieren Kanten, an denen sich sonst Rückstände sammeln würden.