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Eine Drehtisch-Schweißvorrichtung dreht das Werkstück während des Schweißens mit gleichmäßiger Geschwindigkeit und bringt es exakt in die gewünschte Position vor dem Brenner. Dadurch muss der Bediener das Bauteil nicht mehr von Hand umsetzen oder drehen. Schnelldorfer Maschinenbau liefert Schweißdrehtische, die auf Werkstück, Nahtlage und vorhandene Maschine abgestimmt werden – vom einfachen manuellen Drehtisch bis zum automatisierten Positionierer für die Serienfertigung.

 

Gleichmäßig schweißen: So funktioniert eine Drehtisch-Schweißvorrichtung

Eine Drehtisch-Schweißvorrichtung spannt das Werkstück zunächst sicher auf einer drehbaren Aufspannplatte. Anschließend bringt der Drehtisch das Bauteil in den gewünschten Winkel und führt es mit konstanter Geschwindigkeit am Schweißbrenner vorbei. Während das Werkstück rotiert, bleibt der Brenner in einer definierten Position. So entsteht eine gleichmäßige umlaufende Naht ohne unnötige Ansatzstellen.

 

Der größte Unterschied zur manuellen Arbeit liegt in der konstanten Bewegung. Wird ein Bauteil von Hand gedreht, verändert sich die Drehgeschwindigkeit zwangsläufig. Dadurch können Einbrand, Nahtbreite und Oberfläche schwanken. Ein motorisierter Schweißdrehtisch hält die eingestellte Geschwindigkeit dagegen über die gesamte Umdrehung stabil. Die Schweißnähte entstehen dadurch reproduzierbar mit gleichmäßiger Breite und Einbrandtiefe.

 

Besonders bei mehrlagigen Verbindungen wirkt sich diese Konstanz auf die Qualität aus. Jede Lage wird unter vergleichbaren Bedingungen aufgebracht, sodass sich die einzelnen Schweißraupen sauber aufeinander aufbauen. Ist der Tisch zusätzlich neigbar, kommt eine zweite Bewegungsachse hinzu. Dadurch lassen sich schwer erreichbare Stellen so positionieren, dass der Brenner die Naht unter günstigeren Bedingungen erreicht.

 

Drehtisch-Varianten: Von manuell bis robotertauglich

Nicht jeder Drehtisch ist für dieselbe Aufgabe ausgelegt: Die wichtigsten Varianten unterscheiden sich vor allem bei Antrieb, Neigbarkeit, Steuerbarkeit und Tragkraft. Je nach Ausführung reicht diese von etwa 170 kg bei kompakten Geräten bis rund 1.200 kg bei schweren Positionierern.

 

Typische Bauformen sind:

 

  • Manueller Drehtisch: Drehung und Arretierung erfolgen von Hand; sinnvoll für Einzelteile und kleine Losgrößen
  • Motorisierter Positionierer: Die Drehgeschwindigkeit lässt sich einstellen und programmieren, wodurch gleichmäßige Rundnähte in Serie möglich werden
  • Neigbarer Drehtisch: Eine zusätzliche Achse bringt das Werkstück in unterschiedliche Schräglagen und verbessert die Zugänglichkeit
  • Robotertauglicher Drehtisch: Die Bewegung wird mit dem Schweißroboter synchronisiert und eignet sich für automatisierte Abläufe und höhere Stückzahlen

 

Neben dem Antrieb entscheidet auch die Aufspannplatte über den späteren Einsatz. Stahlplatten mit rund 20 mm Dicke können beispielsweise hohe Punktlasten aufnehmen. Bei Edelstahl-Bauteilen sind dagegen getrennte Spannmittel und Tools sinnvoll, um Fremdrost zu vermeiden. Welche Ausführung am Ende tatsächlich passt, hängt deshalb weniger vom Katalogwert als von Werkstück, Schwerpunkt und der gewünschten Naht ab.

 

Rundnähte mit Drehtisch schweißen: Vorteile in der Fertigung

Ein Drehtisch verbessert beim Schweißen von Rundnähten vor allem drei Punkte: Nahtqualität, Prozesszeit und Ergonomie. Positionieren und Drehen erfolgen in einem Arbeitsgang, sodass das Werkstück während des Schweißvorgangs nicht immer wieder gelöst und neu ausgerichtet werden muss. Das reduziert die Nebenzeiten und schafft gleichzeitig gute reproduzierbare Bedingungen.

 

Auch die Arbeitssicherheit profitiert von der stabilen Aufnahme: Das Bauteil muss während des Schweißens weder gehalten noch von Hand bewegt werden. Gleichzeitig lässt sich die Höhe so wählen, dass der Bediener möglichst aufrecht und ohne dauerhafte Zwangshaltung arbeitet. Gerade bei schweren Werkstücken und längeren Schweißzeiten entlastet das den Arbeitsplatz deutlich.

 

Die höhere Produktivität entsteht dabei nicht unbedingt dadurch, dass der eigentliche Schweißprozess schneller läuft. Entscheidend sind vielmehr die eingesparten Zeiten zwischen den einzelnen Nähten: weniger Umspannen, weniger Neuausrichten und weniger manuelle Handgriffe. Sobald dasselbe Produkt regelmäßig gefertigt wird, machen genau diese Nebenzeiten einen spürbaren Unterschied in der Produktivität.

 

Wo kommt ein Schweißdrehtisch zum Einsatz?

Schweißdrehtische werden überall dort eingesetzt, wo umlaufende Schweißnähte an rotationssymmetrischen Bauteilen entstehen. Typische Werkstücke hierfür sind Rohre, Flansche, Behälter und andere runde Komponenten.

 

Bei Rohren übernimmt der Drehtisch die Rotation, während der Brenner an einer definierten Position bleibt. Dasselbe Prinzip nutzen unsere Maschinen für umlaufende Nähte: Beim Anschweißen von Flanschen an Rohrenden sorgt die konstante Drehbewegung dafür, dass die umlaufende Verbindung gleichmäßig und dicht entsteht.

 

Im Behälterbau lassen sich Böden oder Stutzen außerdem so positionieren, dass die Naht möglichst in Wannenlage geschweißt wird. Dabei liegt das Schmelzbad besonders stabil und lässt sich leichter kontrollieren. Wie wichtig eine sichere Aufnahme des Werkstücks ist, zeigt auch die Fixierung des Werkstücks beim Schutzgasschweißen.

 

Ob sich eine solche Schweißvorrichtung wirtschaftlich lohnt, hängt letztlich also davon ab, wie oft ein vergleichbares Bauteil durch die Fertigung läuft. Es gilt: Je häufiger dieselbe Bewegung wiederholt wird, desto stärker wirken sich konstante Positionierung und reduzierte Nebenzeiten aus.

 

Aufspannplatte, Werkzeuge und Spannmittel richtig auswählen

Der beste Schweißdrehtisch nützt wenig, wenn das Werkstück nicht sicher und reproduzierbar aufgenommen wird. Deshalb gehören passende Werkzeuge, Spannmittel und Aufnahmen immer zum Gesamtkonzept. Erst sie halten das Bauteil in der vorgesehenen Position und sorgen dafür, dass dessen Schwerpunkt wirklich zur Drehachse passt.

 

Gerade bei asymmetrischen Werkstücken ist das besonders wichtig. Ein Bauteil kann zwar leicht genug für die nominelle Tragkraft des Drehtischs sein, durch einen großen Abstand des Schwerpunkts zur Drehachse aber trotzdem ein hohes Kippmoment erzeugen. Bei der Auslegung müssen deshalb das Bauteilgewicht, das Spannmittel, der Abstand zur Drehachse und der gewünschte Neigungswinkel gemeinsam betrachtet werden.

 

Für unterschiedliche Produkte können manchmal auch austauschbare Vorrichtungen sinnvoll sein. Dadurch lässt sich derselbe Tisch für mehrere Bauteilvarianten verwenden, ohne jedes Mal die komplette Aufnahme neu aufzubauen. Das erhöht die Flexibilität deutlich und verkürzt ebenfalls die Rüstzeiten.

 

Drehtisch und Schweißroboter sinnvoll kombinieren

Für automatisierte Anwendungen wird der Drehtisch zum aktiven Positionierer. Seine Bewegung lässt sich mit der Robotersteuerung synchronisieren, während der Schweißroboter den Brenner führt. Beide Achssysteme arbeiten dann gemeinsam, sodass das Werkstück während des Schweißens immer in einer günstigen Position bleibt.

 

Diese Kombination verbessert die Qualität der Schweißnähte und macht Arbeiten in hohen Stückzahlen möglich. Dabei muss der Roboter noch nicht einmal jede Kontur allein durch seine eigene Bewegung erreichen: Stattdessen dreht oder neigt der Positionierer das Werkstück stets passend zur Naht. Gerade bei komplexeren Rundnähten lässt sich dadurch ein ruhigerer und besser reproduzierbarer Prozess aufbauen.

 

Bewährte Drehtisch-Schweißvorrichtung von Schnelldorfer Maschinenbau

Schnelldorfer Maschinenbau entwickelt und fertigt Schweißmaschinen und kundenspezifische Lösungen für anspruchsvolle Aufgaben in der industriellen Fertigung. Dazu gehören auch Drehtisch-Schweißvorrichtungen, die Werkstücke sicher aufnehmen, präzise positionieren und eine gleichmäßige Bewegung während des Schweißens ermöglichen. Je nach Bauteil, Gewicht, Nahtgeometrie und gewünschtem Automatisierungsgrad wird der passende Drehtisch dabei gezielt auf die jeweilige Anwendung abgestimmt – vom einfachen Positionierer bis zur Einbindung in eine robotergestützte Schweißanlage.

 

Sie möchten Ihre Schweißprozesse mit einer passenden Drehtisch-Schweißvorrichtung optimieren? Dann sprechen Sie mit Schnelldorfer Maschinenbau über Ihre Anwendung und lassen Sie sich fachgerecht beraten. Wir freuen uns auf Sie!

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Worin unterscheidet sich ein Drehtisch von einem Schweißtisch?

Ein klassischer Schweißtisch ist eine feste Aufspannfläche, häufig mit Lochraster, auf der Werkstücke ausgerichtet und gespannt werden. Ein Drehtisch hingegen bewegt das Bauteil während des Schweißens. 

 

Eignet sich ein Drehtisch für Schweißroboter?

Ja. Robotertaugliche Schweißdrehtische lassen sich mit der Robotersteuerung synchronisieren. Der Drehtisch übernimmt dann die Positionierung und Drehung des Bauteils, während der Roboter den Brenner führt. Diese Kombination ist besonders für höhere Stückzahlen und gleichbleibende Qualität geeignet.

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