
WIG Schweißen automatisieren, das spricht für Schweißen mit höchster Präzision und einer starken Produktivität. Seit Jahrzehnten gilt das WIG Schweißverfahren als Maßstab für saubere Schweißnähte mit exzellenter Nahtoptik und einer garantierten Kontrolle über das Schweißbad. Automatisierte WIG-Systeme erhöhen diese Qualitätsmerkmale nun. Für Unternehmen in Industrie und Produktion eröffnet sich dadurch ganz neue Möglichkeiten in Serienfertigungen, im Mehrschichtbetrieb und auch bei anspruchsvollen Materialien wie Edelstahl oder Aluminium. Erfahren Sie hier, was die neueste Schweißtechnik ausmacht.
Warum automatisiertes WIG Schweißen?
Das manuelle WIG Schweißen ist stark von der Erfahrung und Kompetenz des Schweißers abhängig. Selbst kleine Schwankungen im Lichtbogen, in der Schweißgeschwindigkeit oder bei Schweißparametern beeinflussen die Schweißnahtqualität. Eine automatisierte WIG-Schweißzelle arbeitet mit gleichbleibender Leistung – die Drahtzuführung und auch die Robotersteuerung bleiben immer konstant.
Dadurch erhöht das automatisierte Schweißen die Produktivität deutlich: Es lassen sich ungefähre Schweißgeschwindigkeiten von 3 bis 10 m/h erreichen, während manuell oft nur 0,5 bis 2 m/h möglich sind. Gleichzeitig sinkt die Ausschussrate auf unter 1 %, da alle wichtigen Parameter wie der Strom, Drahtvorschub und Lichtbogenabstand konstant bleiben. Automatisiertes WIG Schweißen verbessert also nicht nur die Qualität der Schweißnaht, sondern reduziert auch den Materialverbrauch und damit die Kosten im Betrieb.
Vorteile von automatisierten WIG Schweißen
- Sehr hohe reproduzierbare Schweißergebnisse
- Deutlich geringere Ausschussraten
- Bis zu 50 % weniger Schutzgasverbrauch
- 20 bis 40 % weniger Schweißdraht
- Höhere Lichtbogenzeit bis zu 90 %
Nachteile von automatisierten WIG Schweißen
- Hohe Anfangsinvestition
- Größere Stellfläche
- Programmieraufwand
- Weniger flexibel bei häufig wechselndem Einsatz
- Technische Abhängigkeit
Wirtschaftlichkeit und ROI beim automatisierten WIG Schweißen
Bei der Automatisierung steht oft die Frage der Wirtschaftlichkeit im Raum. Ein Beispiel: Eine Roboterschweißzelle für automatisierte WIG-Anwendungen kostet je nach Ausführung zwischen 100.000 und 300.000 €. Cobots starten ab etwa 30.000 €, während spezialisierte Schweißanlagen deutlich umfangreicher ausgestattet sind. Entscheidend ist jetzt die Auslastung:
Bereits ab 2.000 bis 3.000 m Naht pro Jahr kann sich eine Automatisierung deshalb ungefähr rechnen. Bei 10.000 m jährlich sind sogar Amortisationszeiten von unter 12 Monaten realistisch. Im Mehrschichtbetrieb verkürzt sich der ROI weiter, da Roboter im Gegensatz zu den Mitarbeitern keine Pausen benötigen und dadurch konstante Ergebnisse über mehrere Stunden hinweg liefern. Wichtig ist in diesem Zusammenhang jedoch eine gute Planung von Wartungsarbeiten und Rüstzeiten, da Roboter währenddessen nicht produzieren können.
WIG Schweißverfahren: Parameter, Kaltdraht und Heißdraht
Das WIG Schweißverfahren, kurz für Wolfram-Inertgas-Schweißen, arbeitet mit einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und einem Schutzgas, meist Argon oder Helium. Typische Schweißparameter liegen hierbei zwischen 10 und 500 A, während Pulsfrequenzen bis zu 20 kHz erreichen können.
Es gibt zwei Drahtschweißverfahren: Das Kaltdrahtschweißen und das Heißdrahtverfahren. Beim Kaltdrahtschweißen wird der Schweißdraht kalt in das Schweißbad geführt, während das Heißdrahtverfahren den Draht hingegen vorab elektrisch erhitzt. Dadurch steigt die Abschmelzleistung deutlich, was die Schweißgeschwindigkeit erhöht und den Schweißvorgang effizienter macht. Beide Varianten lassen dabei sich in automatisierte WIG-Schweißanlagen integrieren.
Vergleich: WIG Schweißen vs. MIG/MAG Schweißen
| Kriterium | Automatisiertes WIG | MIG/MAG |
| Nahtqualität | Sehr hoch, feinste Nahtoptik | Gut, höherer Spritzeranteil |
| Präzision | Extrem präzise | Gut |
| Geschwindigkeit | Mittel | Hoch |
| Typische Materialien | Edelstahl, Aluminium, Titan | Stahl, Baustahl |
| Wärmeeinbringung | Sehr kontrolliert | Höher |
WIG überzeugt bei Präzision und Schweißqualität, während die Stärken von MIG/MAG bei der Schnelligkeit und den Stückzahlen liegen. Viele moderne Schweißanlagen – fernab vom automatisierten WIG Schweißen – kombinieren deshalb beide Schweißverfahren flexibel miteinander.
Komponenten einer WIG Schweißzelle
- Industrieroboter oder Cobot
- WIG-Schweißbrenner mit Drahtzuführung
- Schweißgerät
- Schweißkabine mit Schweißrauchabsaugung
- Kühlmittel- und Kühlsystem
- Spanntechnik und Schweißvorrichtungen
- Wechselhalsbrenner
Programmierung und Roboterintegration für WIG Schweißen
Die Programmierung des Roboterschweißbrenners erfolgt auf Basis des TCP (Tool Center Point). Dieser darf sich beim Austausch von Komponenten am Brennersystem nicht verändern, da das WIG-Schweißen eine geringe Fehlertoleranz hat – alles sollte also exakt nach Planung erfolgen. Programmierer legen hier die Zugänglichkeit, den Brennerwinkel und die Schweißparameter fest, während die Zünd- und Absenksequenzen automatisiert getestet werden.
Typische Fehlerbilder und Gegenmaßnahmen
Automatisiertes WIG Schweißen ist fehleranfällig. Dabei treten besonders häufig folgende Probleme auf:
- Gaszugluft in der Schweißkabine
- Falsche TCP-Kalibrierung
- Elektrodenverschleiß
- Ungenügende Spanntechnik
Ein Luftdurchzug beeinflusst das Schutzgas negativ und kann eine Oxidation verursachen. Planen Sie im besten Fall regelmäßige Wartungsarbeiten und kontrollierte Elektrodenwechselintervalle ein, damit die Anlage fehlerfrei Ihrer Aufgabe nachgehen kann.
WIG Schweißzelle mit Schnelldorfer Maschinenbau
Eines ist sicher: Automatisiertes WIG Schweißen steigert Ihre Produktivität, verbessert die Schweißergebnisse und reduziert dabei die Materialkosten. Das zahlt sich besonders für Industrieunternehmen mit hohen Stückzahlen oder komplexen Schweißaufgaben aus. Das Gute dabei: Mit der richtigen Planung und erfahrenen Programmierern wird Ihre automatisierte WIG-Schweißzelle schnell zu einem Erfolgsfaktor in Ihrer Produktion.
Schnelldorfer Maschinenbau entwickelt dazu individuelle Schweißanlagen und Roboterschweißzellen für automatisierte WIG-Anwendungen. In Kombination mit leistungsstarken Schweißsystemen wie der V-RoboTIG entstehen so Komplettlösungen, die Präzision, Performance und Effizienz gekonnt miteinander verbinden.
Die Leistungen von Schnelldorfer Maschinenbau im Überblick
- Individuelle Planung und Konstruktion von automatisierten WIG-Schweißzellen
- Integration von Schweißrobotern, Cobots und Roboterschweißzellen
- Entwicklung kompletter Schweißanlagen und Automatisierungslösungen
- Einbindung moderner Schweißgeräte und Brennersysteme
- Auslegung von Spanntechnik und Schweißvorrichtungen für enge Toleranzen
- Programmierung und Optimierung von Schweißprozessen
- Schulung von Bedienern, Schweißern und Programmierern
- Service, Wartungsarbeiten und langfristiger technischer Support
- Erweiterungen, Nachrüstungen und Prozessoptimierung bestehender Systeme
Unser Ziel ist dabei immer klar: Wir wollen die höchste Schweißnahtqualität und Produktivität für Sie kreieren.
Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wie sich Ihr WIG Schweißverfahren effizient automatisieren lässt – kontaktieren Sie Schnelldorfer Maschinenbau jetzt für eine unverbindliche Erstberatung und bringen Sie Ihre Schweißtechnik auf das nächste Level!
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ab wann lohnt sich automatisierte WIG?
Ab etwa 2.000 bis 3.000 m Naht pro Jahr oder bei Serien >500 Bauteilen.
Welche Materialien eignen sich?
Zum automatisierten WIG Schweißen eignen sich Edelstahl, Aluminium, Titan und viele weitere Legierungen.
Ist WIG präziser als MIG/MAG?
Ja, das WIG-Schweißverfahren punktet mit einer deutlich höheren Nahtqualität bei maximaler Kontrolle.
Benötigt man geschulte Fachkräfte?
Ja. Schweißer und Programmierer benötigen Erfahrung im Handling der Maschine, insbesondere bei der Programmierung der Robotersteuerung.